Hier habe ich mal einige typische Vertreter aus der Tier- und Pflanzenwelt zusammengetragen. Das die Liste nicht vollständig ist, versteht sich aber von selbst...
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Die Grasbäume (Xanthorroea fulva) sind für uns Europäer fremdartige, bizzarre Pflanzen. Grasbäume
gibt es in 8 Gattungen mit ca. 66 Arten. Meistens sind die Pflanzen, die eigentlich zu den Liliengewächsen
zählen, verholzt. Verbreitungsgebiete sind Trockengebiete, vorwiegend in Australien und Neuseeland. Auf einem
sehr ungewöhnlichen, dicken und kurzen Stamm sitzt als Krone ein dichter Büschel grasartiger Blätter.
Diese Blätter sind extrem hart und spitz, von weichem Gras kann man nicht gerade reden.
Der immergrüne Grasbaum wird in Australien aufgrund seines schwarzen Stammes auch "Black Boy"
genannt. Die Färbung kommt von den Flammen der Buschfeuer, die der Grasbaum im Gegensatz zu dem meisten übrigen
Gestrüpp fast unbeschadet überlebt. Der dicke, verholzte Stamm ist ein sicherer Schutzmantel für den Spross in
der Mitte.
Die Blüte erscheint in Form eines ein bis zwei Meter hohen, rohrkolbenartigen Blütenstandes (siehe rechtes Bild)
erst nach einem Buschbrand, wenn das Feuer die Konkurrenz kurzfristig ausgeschaltete hat. Grasbäume wachsen sehr
langsam und auch kleineree Exemplare sind meistens schon viele Jahrzehnte alt. Die Grasbäume wachsen innerhalb
zehn Jahren nur um 10-12cm.
Entstanden sind diese zwei Bilder in Student Village. Dort und hier in der ganzen Umgebung gibt es von den
"Black Boys" so viele, daß man sich schwer tut, einen Platz zu finden, an dem er nicht anzutreffen ist.
Es gibt viele verschiedene Känguruarten in Australien, die größten davon sind die
Riesenkängurus. Diese ungwöhnlichen Tiere können bis zu 1.60 m groß werden, bis zu 70 kg schwer werden
und sich mit Sprüngen bis
zu 10 m fortbewegen, wenn sie vor einer Gefahr flüchten.
Die kleineren und mittelgroßen Känguruarten werden in Australien als Wallaby bezeichnet. Sie erreichen
nur eine Körperhöhe von einem Meter und werden bis zu 24 kg schwer.
Der wissenschaftliche Name Macropodiae bedeutet soviel wie "Großfüßler" und drückt
damit aus, was die Tiere kennzeichnet: kraftvolle, lange Hinterbeine und die daraus resultierende, hüpfende
Fortbewegungsart.
Der Bestand der Kängurus wird auf 20 Millionen Tiere geschätzt. Damit sind die Menschen auf dem roten
Kontinent eindeutig in der Minderheit, da Australien nur 18 Millionen menschliche Einwohner hat. Die Kängurus
in der Lage, bis zu einem Meter tief nach Wasser zu graben, um bei der extremen Trockenheit überleben zu
können. Diese Wasserlöcher bieten auch den anderen Tieren die Möglichkeit, in den Trockenzeiten
zu überleben. Durch die Viehwirtschaft gibt es heute eine Fülle von Wasser, so konnten sich die
Kängurus in Scharen vermehren, was die Farmer nicht gerade erfreut hat.
Es gibt eine bekannte Legende, wie das Känguru zu seinem Namen kam: Als am 11. Juni 1770 James Cooks Schiff
"Endeavour" an einem Korallenriff der australischen Nordostküste strandete, nutzten Capatain Cook
und seine Mannschaft
die Gelegenheit, um die Landschaft und die Eingeborenen näher zu
studieren. Die von dieser Erkundung zurückgekehrten Männer berichteten von einem äußerst
schnellen, mausgrauen, komischen Tier, welches sich mit großen Sprüngen fortbewegt. Daraufhin wurden
die Eingeborenen gefragt, was das für ein seltsames Tier sei und die Antwort lautete:
"Kangaroo". Erst viel später hatte sich herausgestellt, das dieses Wort in der Sprache der
Aborigines nur so viel bedeutet wie: "Ich verstehe Dich nicht".
Durch dieses ungewöhnliche Erscheinungsbild erregten die Kängurus natürlich viel Aufsehen. Es
wurde sogar ein lebendes Tier als Geschenk für König Georg III. nach England geschickt. Für die Londoner
Bürger war das seltsame Lebewesen vom fernen fünften Kontinent der Publikumsrenner.
Die größten lebenden Beuteltiere sind die
Riesenkängurus. Die Riesenkängurus sind sehr
gute Läufer und können Spitzengeschwindig-keiten bis zu 88 km/h erreichen. Dazu dient der Schwanz als
Ausgleichsgewicht, um die Balance halten zu können. Die Sprungweite beträgt 1,20 bis 1,90 m, auf der Flucht
können 9 m und mehr erreicht werden. Dabei erreichen die Kängurus eine Sprunghöhe von über
3m. Die Achillessehnen wirken beim Springen wie eine Feder, so daß die Kängurus bei gleicher
Geschwindigkeit deutlich weniger Energie verbrauchen als andere Tiere, welche in koventioneller Art unterwegs
sind.
Bei langsamer Fortbewegung wird der Schwanz wie ein fünftes Bein benutzt, da die Vorderläufe, welche
nur sehr schwach ausgebildet sind, den Körper gar nicht halten könnten. Das sieht verglichen mit der
eleganten Sprungtechnik sehr unbeholfen und witzig aus. Man beachte dazu auch die unteren vier Bilder, in denen
man die Abfolge des Laufens mit dem Schwanz erkennbar ist. Während der Schwanz und die zwei Vorderpfoten
den Körper halten, werden die Füße leicht angehoben und nach vorde gesetzt. Die Kängurus
könnten sich gar nicht anders fortbewegen, da die Füße und die Vorderläufe immer paarig
bewegt werden, also anders wie bei den normalen Vierbeinern, die ihre Füße immer versetzt bewegen.
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Natürliche Feinde haben die Kängurus keine, der größte und einzige Feind ist das Auto und damit der
Mensch. Andere Tiere trauen sich an die Kängurus nicht heran, da die Füße der Kängurus
eine hervorragende Waffe mit "durchschlagender" Wirkung sind. Hitze, Trockenheit und Futtermangel,
setzt den Tieren am meisten zu, obwohl sie bei der Futterwahl sehr bescheiden sind.
Alle Arten von Kängurus haben einen nach vorne geöffneten Beutel, der vier Zitzen enthält. Nach
ca. 30-40 Tagen der Befruchtung kriecht das nur einen drei Viertel Gramm schwere Embryo, welches nur vom
Geruchsinn geleitet ist, in den Beutel der Mutter.
Dafür ist für diesem Zeitpunkt der Entwicklung ein
sehr hoch entwickeltes neuronales System erforderlich. Auf Grund dieser Erfordernis hat beim Känguruweibchen
der Hormonzyklus eine längere Gestagenphase, was aber auf die Dauer der Empfängnisbereitschaft geht.
Diesen kurzen Zeitraum müssen die paarungsfähigen Männchen (boomer genannt) durch regelmäßiges
Schnüffeln und Urinproben bei den Weibchen (flyer genannt) genau bestimmen, damit es auch mit dem Nachwuchs
klappt.Beim rotem Riesenkänguru zum Beispiel verbleiben die Jungtiere etwa 235 Tage im Beutel und sind dann
zwischen 2 und 4 Kg schwer.
Was erstaunlich ist, dass das Känguru-weibchen bereits einige Tage nach der Geburt wieder empfängnisbereit
ist. Das Embryo in der Gebärmutter entwickelt sich aber nur bis zu einem bestimmten Entwicklungsstadium. Danach
kommt die Entwicklung vollständig zum Stillstand und wird erst fortgesetzt, wenn das andere Junge (joey
genannt) aus dem Beutel ist oder nicht mehr am Leben ist. Nur so ist es zu erklären, daß ein Weibchen
schon vier Wochen nach dem Freiwerden des Beutels das nächste Junge gebähren kann, ohne sich vorher zu
paaren.
Das Junge, welches den Beutel verlassen hat, wird weiterhin an seiner Zitze gesägt (siehe obiges Bild, keine
50m von meiner Bude aufgenommen), die Zusammensetzung der Milch ist aber anders als beim Embryo. Die Milch wird
beim Fortschreiten der Entwicklung des Junges immer fettreicher.
Das Wort Koala wurde von einem Aboriginal-Wort abgeleitet. Es bedeutet soviel wie: dieses Tier trinkt nicht.
Leider ist es aus dem Sprachgebrauch üblich, diese niedlichen Fellknäule
fälschlicherweise als Koala-Bär zu bezeichnen. Mit einem Bären hat ein Koala nun gar nichts zu tun.
Die Koalas haben sich ganz speziell an das Leben in den Bäumen angepaßt, Schutz in Nestern und Höhlen
suchen sie aber nicht. Je nach Temperatur sitzt der Koala anders in den Bäumen, mal als "Fellkugel" oder
mit soweit wie möglich ausgestreckten Gliedmaßen in einer Astgabel. Egal wie, sie sind schwer zu entdecken und
am besten in der Nacht mit Taschenlampe zu beobachten, weil sie sich dann mit weit hörbaren Grunzlauten
verständigen und so ihre Position verraten.
Im Gegensatz zu anderen baumbewohnenden Beuteltieren bewegen sich Koalas in den Baumwipfeln zwar langsam, aber
ungemein sicher. Zum Balancieren steht zwar kein langer Schwanz, dafür aber Gliedmaßen mit spezialisierten
Händen und Füßen sowie ausgeprägte Klauen zur Verfügung. Ein Abrutschen verhindern die
rauhen Hand- und Fußflächen. Der Daumen und der Zeigefinger sind den restlichen Fingern entgegengestellt,
daher können Koalas hervorragend klettern.
Durch ihr dichtes Fell waren Koalas bei den frühen Siedlern als Pelzlieferanten sehr begehrt. Da sie wenig
natürliche Feinde kannten und ihr Fluchttrieb sehr gering ausgeprägt war - von den
Aborigines wurden sie nicht gejagt -, konnten sie in Scharen abgeschosssen werden. Allein 1924 wurden ca. 2 Millionen
Koalafelle exportiert. Erst 1937 stellte man den Koala in allen australischen Bundesländern unter Schutz, aber der
Schaden war mittlerweile so groß, dass sich der Bestand bis heute noch nicht wieder erholt hat. Umwelteinflüsse
wie das Absterben bestimmter Eukalyptusarten trugen ebenfalls dazu bei.
Bei einem Buschbrand, der für viele Pflanzenarten in Australien lebenswichtig ist, haben die Koalas sehr wenig Chanchen.
Ihr Heil sehen sie in der Flucht auf die Bäume, denn dort fühlen sie sich sicher. Deshalb fliehen sie nicht
auf dem Erdboden vor dem Feuer wie andere Tiere, sondern nach oben und verbrennen dann in den Baumwipfeln.
Selten sieht man einen Koala in Action. Meist sitzen sie träge herum und schlafen sogar beim Fressen ein. Da sie
sich auf den Verzehr von Eukalyptusblättern spezialisiert haben, wird ihnen nur von wenigen Tieren die Nahrung
streitig gemacht. In den Eukalyptusblättern ist ein hoher Gehalt an toxischen Substanzen, ätherischen Ölen und Phenolen. Was für den Koala noch verträglich ist, kann für uns Menschen tödlich sein. Die ätherischen Öle haben aber noch einen anderen Effekt. Sie verleihen nicht nur den Eukalyptuswäldern ihren charakteristischen Geruch, auch ein Koala riecht wie ein Eukalyptusbonbon.
Etwa 20% ihres Lebens verbringen Koalas mit Fressen, den Rest schlafen oder ruhen sie. Diese langsamen
Bewegungsabläufe erlauben es dem Koala, in seinem Verdauungssystem die Nahrung über lange Zeit zu speichern. Dabei
wird ein Maximum an Energie und Wasser entzogen, trinken braucht er also wirklich nicht. Nur der geringe Energiebedarf
macht die weitgehende Beschränkung auf Eukalyptusblätter erst möglich.
Der Emu (dromaius novaehollandiae) ist ein reiner Laufvogel und er kann bis zu 2 m gross und 55 kg schwer
werden. Er kann bis zu 50 km/h schnell rennen und erstaunlicherweise auch gut und ausdauernd schwimmen.
Auch wenn sie so ähnlich aussehen, Emus sind nicht verwandt mit dem Strauß, sondern mit dem Kasuar. Aus den
ehemals flugfähigen Tieren wurden in der australischen Isolation am Boden lebende Laufvögel, die
Rückbildung der Flügel ließ nur noch kurze Stummel übrig.
Wenn man mit offenen Augen durch Australien fährt kann man diese Vögel gar nicht verpassen, die meist in
kleinen Gruppen herumziehen und in fast allen Vegetationsgebieten beheimatet sind. Bei Regen vermehren sich die Tiere
stark, bei Dürreperioden wird die Anzahl dezimiert. Dem örtlich und zeitlich wechselhaften Nahrungsangebot
ihres Lebensraumes haben sie sich durch eine nomadische Lebensweise angepasst. Vor allem im trockenen Outback müssen
sie große Distanzen zurücklegen um genügend Futter zu finden. Es ist erstaunlich, in welch öden Gegenden
man noch auf Gruppen von Emus trifft.
In einigen Restaurants findet man Emu auch auf der Speisekarte, meist als Steaks. Australische Emus sind
neuerdings auch der letzte Schrei in der europäischen Küche, deshalb gibt es schon
Emufarmen in Australien, die die Tiere züchten. Die Australier können sich an diese Kost aber nur schwer
gewöhnen. Das Emufleisch hat einen rindähnlichen Geschmack.
Das Fleisch schmeckt auch den Aborigines, die ganz eigene Jagdmethoden entwickelt haben:
Emus sind verspielt und neugierig. Die Neugier wird ihnen oft zum Verhängnis, denn die Aborigines machen sich diese
Eigenschaft bei der Jagd zunutze. Sie setzen sich hinter einen Busch und wispern lange und anhaltend. Die neugierigen
Emus kommen bis auf wenige Meter heran und sind so eine leichte Beute. Wenn ein Aboriginal auf einen Baum klettert und
einen Ball oder ähnliches an einer langen Schnur in schnelle Drehung versetzt, dann sind die Emus ebenfalls
fasziniert und kommen so nahe, das man sie von Baum aus erlegen kann.
Das Brutverhalten der Emus ist nicht besonders partnerschaftlich. Das Weibchen sucht sich den Partner aus, legt nach der
Begattung die Eier in das vom Männchen gebaute Nest und sucht flugs das Weite. Das meist kleinere Männchen ist
nun alleine für das Ausbrüten der dunkelgrünen Eier zuständig.
Brutpflege und Aufzucht der Jungen ist bei den Emus also reine Männersache. Im Nest liegen fünfzehn bis
fünfundzwanzig riesige Eier, ca. 650 Gramm schwer. Das Männchen muss sie nun acht bis zehn Wochen lang
bebrüten, das Weibchen zeigt keinerlei Interesse mehr.
Auch nach dem Schlüpfen kümmern sich nur die Männchen um Aufzucht und Pflege. Die kleinen Emus sind
gestreift. Erst nach zwei bis drei Jahren sind die Jungvögel erwachsen und fortpflanzungsfähig.
Der Regenbogenpapagei (auch Bluey genannt) kommt ursprünglich nur an der ganzen
Ostküste Australiens vor, man kann ihn aber auch hier in Perth in großen Mengen antreffen. Es wird
vermutet, daß ein paar dieser Papageien aus der Vogelhaltung entkommen konnten und sich dann in der freien
Wildbahn vermehrt haben. Der farbenprächtige Papagei frißt als Hauptnahrung Nektar, Früchte,
Beeren, Samen und kleinere Insekten. Seine Zunge ist an der Spitze behaart, so daß er den Nektar und die
Pollen
aus den Blüten bekommt.
Die Loris (Papageien) leben in Gruppen von mehreren Dutzend zusammen und man kann Mänchen und Weibchen nicht
auseinander-halten. Die Regenbogen-Papageien (Tricho-glossus haematodus moluccanus) legen zwei Eier in
Baumhöhlen, welche dann 24 Tage bebrütet werden. Nach dem Schlüpfen der Jungen werden sie von
beiden Elternteilen versorgt, bis sie das Netz mit 7-8 Wochen verlassen und selbstständig werden. Die
Regenbogenpapageien können über zwanzig Jahre alt werden.
Der Barnardsittich (in Australien wird er ringneck parrot genannt) findet man im ganzen
Südwesten Australiens. Siehe dazu auch die Karte der Verbreitung. Hier bei mir in Perth sind diese Sittiche
überall anzutreffen, man muß nur in die Bäume schauen, dann stehen die Chancen nicht schlecht,
daß man einen von diesen Vögeln beobachten kann, wie er gerade die Samen vom Baum runterknabbert. Die
Hauptnahrung der Barnard-Sittiche sind Samen, Nüße und
Früchte, wobei
er andere Sachen auch nicht verachtet. Die Pärchen brüten in Baumhöhlen und das Weibchen legt 5-6
Eier, die sie dann ausbrütet. Nach ungefähr 20 Tagen schlüpfen die Jungen, die dann von beiden
Elternteilen versorgt werden. Die Jungen werden dann nach weiteren 35 Tagen flüge. Wenn sie ausgewachsen
sind, haben die Vögel eine Länge von 35-38cm. Der Barnard-Sittich ist also von der Größe
nicht mit dem sonst so bekannten Wellensittich zu vergleichen.
Die Lieblingsvögel der Australier sind die Kookaburras, auch kurz Kookys genannt. Diese haben diese Vögel
gerne in ihrer Nähe, weil sie Unmengen an lästigen Insekten und auch giftige Schlangen verspeisen.
Seit Urzeiten werden das Ende und der Beginn der Nacht in Australien durch den Ruf dieses Vogels verkündet. Nach
einer Legende der Aborigines ist der Ruf des Kookaburra in der Morgendämmerung ein Zeichen für "die
Himmelsmenschen", das Licht zu entfachen, und ein Signal für alle Lebewesen des Busches zur Gunst eines neuen
Tages zu erwachen.
Sein Markenzeichen ist das eigentümliche Gelächter, es schallt durch den Busch und klingt dabei so
verblüffend ähnlich einem menschlichen Lachen. Deshalb werden Kookaburras auch "Laughing Jack",
oder auf deutsch "Lachender Hans", ganannt. Hier gibt es eine
WAV-Datei mit dem Lachen des Kookuburras.
Auf Grund seiner Beliebtheit bei den Australiern hat es bei den Olympischen Spielen, die im Jahr 2000 in Sydney
stattfanden, sogar zum Maskottchen namens Olly gebracht.
Bedroht werden Kookaburras meist durch andere Raubvögel, dann erstarren sie instinktiv in einer Haltung, in der
sie von oben nicht so schnell zu entdecken sind. Eine schlimmere Bedrohung ist der Waran, denn er zerstört die
Nester, um die Eier zu rauben. Bei einer Attacke des großen Reptils auf das Gelege stürzen sich die
Vögel im Verband auf den Angreifer und verteidigen ihren Nachwuchs, trotzdem überleben insgesamt nur 50% der
Jungvögel.
Man sieht es ihnen an, die Kookaburras gehören zur Familie der Eisvögel. Kookys sind eher scheue Vögel
mit einem etwas gedrungenen Körperbau, deutlich über 30 cm gross, und eine der 11 von weltweit 85 Eisvogelarten
(Kingfisher) die in Australien heimisch sind. Im Gegensatz zu den meisten anderen Mitgliedern der
Eisvogelfamilie sind sie nicht von Gewässern abhängig, sondern leben bevorzugt in offenen Wäldern.
Ein Kooky besitzt relativ winzige, aber scharfen Klauen und braune Augen, die von dunklen Streifen umgeben sind. Diese
Streifen mildern die Wirkung des blendenden Sonnenlichtes. Bei der Jagd verläßt sich der Vogel auf seinen
dicken Schnabel und seinen außerordentlich starken Nacken. Der Kookuburra schlägt seine Beute auf den Boden, auf
Steine oder auf einen Ast, um sie dann in mundgerechte Stücke zu zerteilen. Gefressen werden Insekten und andere
wirbellose Tiere, Reptilien, Frösche, Krabben, Fische, Schlangen, kleine Säugetiere und sogar junge Vögel.
Tagsüber bekommt man selten einen Kooky zu sehen, man hört im Wald nur ihr lautes Lachen in den Wipfeln der
Bäume. Die im nördlichen Australien verbreitete Art, der Blauflügelkookaburra, lacht nicht so laut und
intensiv wie seine Verwandten im Süden, die Laughing Kookaburras. Er keckert eher leise vor sich hin.
Ab dem späten Nachmittag begeben die Vögel sich hinunter zu ihrer Beute. Dann lauern sie mit Vorliebe auf den
untersten Ästen von Bäumen, die einzeln stehen bzw. sich am Wald- oder Straßenrand befinden. Von da
haben sie gute Sicht auf den Boden, wo ihnen nichts Kriechendes oder Krabbelndes entgeht.
Die Kookaburras leben in größeren Familienverbänden, in denen jede neue Generation von den Eltern und
den älteren Geschwistern zusammen aufgezogen wird. Dieses gemeinsame Babysitting erhöht die Chancen, genug
Futter für die Jungen zusammen zu bekommen. Haben sich diese Eisvögel einmal für einen Partner entschieden,
verbringen sie mit ihm den Rest ihres Lebens. Die Gemeinschaft kann bis zu zwanzig Jahre dauern.
In der Balz füttert das Männchen sein auserwähltes Weibchen, dann folgt die Zeremonie der
Nestpräsentation,
das alles duert etwa fünf Wochen. Während das Weibchen das Männchen beobachtet,
gräbt dieses mit seinem kräftigen Schnabel eine Nisthöhle. Bevorzugt werden Höhlen in abgestorbenen
Bäumen, manchmal werden Nester sogar in verlassene Termitenhügel gegraben.
Im späten Frühling legt das Weibchen dann Eier in die vorbereitete Höhle. Sie werden während der
nächsten vier Wochen von beiden Elternteilen und sogar anderen Gruppenmitgliedern abwechselnd bebrütet. Die
Neugeborenen sind nackt und blind. Nach einigen Tagen bekommen die Kleinen ihre ersten Federn. Nach ca. fünf Wochen
sehen sie schon fast aus wie die älteren Tiere. Sie haben nur einen kleineren Schnabel und noch sehr kurze
Schwanzfedern. Dieses erste Federkleid tragen sie ungefähr ein Jahr lang. Wenn die Kleinen das Nest
schließlich verlassen, kehren sie nie wieder dorthin zurück.