Rottnest Island

Rottnest Island liegt etwa 19km westlich von Fremantle mitten im Indischen Ozean. Als die Holländer 1696 die Insel zum ersten Mal betraten, hielten sie die Felsen-Känguruhs (die Aborigines nennen sie auch Quokkas) für Ratten. Daher stammt auch der Name Rottnest, der nichts anderes wie Rattennest heißt. Die Insel ist mit 11km Länge und 5 km Breite und einer maximalen Höhe von 72m " überschaubar". Durch eine warme Meeresströung aus dem Bereich des Äquators ist das Wasser hier um die 26°C warm und damit 4°C wärmer als sonst in dieser Region üblich.
Dadurch gibt es hier rund um die Insel große Korallenriffe, die bis an den Strand reichen. Die Riffe sind natürlich mit allerlei bunten, tropischen Fischen bewohnt. An den Korallenbänken sind in den letzten Jahrhunderten trotz zweier Leuchttürme mehrere Dutzend Schiffe zerschellt, wovon man heute noch elf Wracks erkunden kann. Dadurch ist Rottnest Island ideal geeignet für´s Schnorcheln und Tauchen.

Reisebericht:

Am Mittwoch, dem 27.2.2002, sind Alex und ich morgens schwer bepackt zum Hillary´s Boat Harbour gefahren, um mit der Fähre nach Rottnest Island überzusetzen. Die Fähre braucht von Hillary etwa 45 Minuten, da sie erst noch einige Seemeilen die Küste runter fahren muß. Aber bei einer Geschwindigkeit von 30 Knoten hält sich das Ganze in Grenzen.
Als wir auf der Insel angekommen waren, haben wir uns erstmal um ein paar Fahrräder bemüht, so daß wir auf der Insel mobil waren. In der Zwischenzeit ist unser Gepäck auf dem Zeltplatz gefahren worden, so daß wir dann nur Karte von Rottnest Islandnoch unser Zelt aufbauen mußten. Als das erledigt war, haben wir unsere Schnorchel-ausrüstung geschnappt und sind zur Bucht "The Basin" gefahren, um dort die Unterwasserwelt zu erkunden.
Es war echt faszinierend, was es dort alles für Korallen und Fische gibt. Kaum ist man im Wasser, ist man mitten in den unter-schiedlichsten Fischschwärmen drin, welche es zahlreich an den Korallenriffen gibt. Die Fische haben keinerlei Scheu und man kommt bis auf wenige Zentimeter an sie heran. Es gab Fische in allen Farben (von langweilig silber bis in allen Farben bunt) und Größen (von wenigen Zentimetern bis zu einem drei Viertel Meter). Wir haben einige Unterwasser-aufnahmen mit einer Unterwasserkamera gemacht, wovon neben viel Müll auch ein paar gute Fotos heraus gekommen sind. Diese Bilder sind in einer extra Rubrik "Unterwasserbilder" zu finden.
Als wir nach 2 Stunden erstmal genug gesehen hatten, sind wir mit dem Bike weiter an der Küste entlang gezogen. Die Fahrerei war aber eine Schinderei, da die Bikes nicht wirklich der Hit waren und es ständig nur Berg hoch und runter ging. Nebenbei sind wir noch auf dem Berg mit dem Leuchtturm hochgefahren, von wo man eine tolle Aussicht über die Insel hatte. Während der Tour sind wir noch einigen Quokkas begegnet, mit denen wir dann auch noch einige Fotos gemacht haben. Diese Mini-Känguruhs haben keinerlei Angst vor einem und kommen zu einem in der Hoffnung, daß man etwas zum Essen bei sich hat.
Am Nachmittag sind wir dann in einer anderen kleinen, abgelegenen Bucht nochmal zum Schnorcheln gegangen. Hier hat man nochmehr gesehen wie in der ersten Bucht. Überall liegen auf dem Grund Muschelschalen herum, so dass man sie nur einsammeln muß. Wir haben auch sehr viele lebende Muscheln gesehen, die sich in den Ritzen der Korallenbänke versteckt hatten. Wir haben auch einen großen Hummer entdeckt, der war so ungefähr 30cm lang. Ich hätte ihn nur packen müssen, dann wäre das Abendessen sicher gewesen.
Am Abend sind wir dann zum Essen gegangen und auf dem Rückweg sind wir den Quokkas fast auf dem Schwanz getreten, so viele gab es auf einmal überall auf den Straßen. Bei Dunkelheit kommen sie nämlich alle aus ihren schattigen Verstecken heraus, um sich auch die Futtersuche zu begeben. Die hatten auch keinerlei Anstalten zur Flucht gemacht, man mußte um sie herum fahren.
Am nächsten Tag haben wir dann den kleinen Leuchtturm angeschaut und sind so noch ein bischen herumgefahren. Wir haben dann noch die Unterwasser-Bootsfahrt mit der "Underwater Explorer" gemacht und uns die Riffe und zwei Schiffswracks auf diese Art angesehen. Aber man sieht mehr, wenn man selber in´s Wasser steigt. Vorallem kann man sich die interessanten Sachen mal in aller Ruhe aus der Nähe anschauen, was bei dem Boot nicht wirklich der Fall ist. Am Nachmittag sind wir dann noch zur ehemaligen Kaserne "Kingstown"gefahren, welche nun eine Jugendherberge ist. Bis vor zwanzig Jahren waren die Australier hier stationiert und hatten mit mehreren 24mm-Geschützen, die eine Reichweite von 30km hatten, den Hafen von Fremantle beschützt.
Am Abend sind wir dann mit der letzten Fähre wieder zum Festland (Hillary´s Boat Harbour) rübergefahren.

Die Hafeneinfahrt ist sehr eng und die Wassertiefe nur sehr gering. Überall sind die Korallenriffe, die man manchmal sogar aus dem Wasser ragen sieht, aber viel öfter sind sie nur wenige Zentimeter unter der Wasser-oberfläche, so daß man mit den Schiffen jederzeit hängen bleiben kann.

Dies ist der Anlegesteg auf Rottnest Island, an dem alle Fähren anlegen. Die Fären brauchen von Fremantle aus für die 19km nur 20 Minuten. Die Fähren haben eine Höchst-geschwindigkeit von 30 Knoten, was ca. 55km/h entspricht. Damit die Fähren nicht an den Riffs hängenbleiben, haben sie nur einen Tiefgang von 2m, da die Wassertiefe zwischen Fremantle und Rottnest Island nur maximal 11m ist, trotz einem Abstand von 19km!

Hier sieht man die Bucht "The Basin". Das Dunkle im Wasser, was bis zum Strand geht, sind keine Algen oder sonstiger Dreck, sondern das sind die Korallenriffe, die bis an den Strand gehen. Man sollte aber nicht gerade drauf laufen, da die Korallen teilweise scharfe Kanten haben und die Bewohner teilweise nicht flüchten können, so daß man sie zertreten würde.

Hier ist eine andere der zahlreichen Buchten auf Rottnest. Im Wasser sieht man die Schilder, die vor den überall vorhandenen Untiefen warnen, so daß man nicht so schnell auf Grund läuft.

Diese Sanddüne ist anscheinend ideal geeignet, sich runter rollen zu lassen. Was auch gut gehen sollte, wenn man mit einem Snowboard die Düne runter heizt.

Hier gewinnt man einen kleinen Eindruck über die Ausmaße der Riffe vor der Insel. Das bräunliche im Wasser sind die Riffe, die bis an die Wasseroberfläche gehen, die dunklen Riffe rechts unten im Bild sind ca. 1-2m unter der Wasseroberfläche und dort wo sich die Wellenfront bricht, sind ebenfalls Riffe knapp unter der Wasseroberfläche zu finden.

Hier bin ich mit meiner Ausrüstung zum Schnorcheln zu sehen. Trotz des warmen Wassers ist ein dünner Neoprenanzug empfehlenswert, wenn man länger im Wasser bleiben möchte. Die Felsen im Wasser, die man im Hintergrund sieht, sind übrigens auch Korallenriffe, die gewachsen sind, als der Meeresspiegel vor mehreren tausend Jahren noch 3m höher war.

Hier sind man sehr schön, wie klar das Wasser ist. Man kann ohne Problem unter Wasser um die 15-20m weit sehen, bis dann alles im Blauen verschwindet. Man sollte übrigens beim in´s Wassergehen aufpassen, damit man nicht auf einem Rochen tritt, die sich gerne im Sand eingraben.

Hier kann man die Überreste des Schiffs "Shark" sehen, das es direkt an dem Riff vor dem Strand zerlegt hat. Das Schiff ist 1943 an dem Riff zerschellt, da die Vertäuung sich gelößt hatte.

Diese Bucht ist hier ziemlich leer, da sie auf der anderen Seite der Insel liegt und damit etwas zu weit für die Touris ist. So hat man dann die ganze Bucht mit dem weißen, super-feinen Sandstrand für sich ganz alleine.

Hier ist es gerade Ebbe, wenn man dies so nennen möchte. Der Tidenhub ist hier nämlich nur 30cm. Aber dies reicht schon völlig aus, um die Korallenbänke aus dem Wasser ragen zu lassen.

Der große Leuchtturm auf der Inselmitte wurde im 19. Jahrhundert von Aborigines, welche im Sträflingslager auf Rottnest Island inhaftiert waren, gebaut. Der Turm ist mit seinem kleineren Bruder heute immer noch im Betrieb, um die Hochseefrachter sicher nach Fremantle zu bringen.

Dies ist hier der kleine Leuchtturm auf der Nord-Ostspitze der Insel. Er wurde gebaut, nachdem es trotz dem großen Leuchtturm auf der Inselmitte noch mehrere Schiffsunglücke gab. Der zweite Leuchtturm gestattet in Verbindung mit dem ersten Leuchtturm eine genaue Positions-bestimmung, indem man den Winkel zwischen beiden Türmen mißt.

Überall auf der Insel hüpfen hier die Quokkas (Felsen-Känguruhs) rum. Die sind total zutraulich und lassen sich streicheln. Es soll hier auf der Insel je nach Jahreszeit um die 17.000-40.000 Quokkas geben.

Eine Ähnlichkeit mit Ratten ist ja nicht gerade auszuschließen, auch wenn die Haltung der Quokkas und die Füße nicht gerade nach einer Ratte aussehen, sondern eher nach einem Känguruh, in dessen Familie die Quokkas auch gehören.

Nachts, wenn es kühl wird, dann kommen die Quokkas aus ihren Verstecken raus und dann muß man regelrecht aufpassen, damit man denen nicht auf dem Schwanz tritt, da sie keinerlei Anstalten zur Flucht machen. Das heißt dann für die Autofahrer auch, daß sie Slalom um die Mini-Känguruhs fahren müssen.

Im Stadtpark hat man dann nachts Hunderte von den Viechern angetroffen, da das Gras wohl ziemlich schmecken muß. Außerdem sind nachts noch die Sprinkleranlagen an, so daß die Quokkas auch noch leicht an Wasser kommen, da es auf Rottnest Island keinerlei Süßwasserquellen gibt.

Wir haben dann noch eine Fahrt mit der "Underwater Explorer"gemacht. Das ist ein größeres Boot mit großen Fenstern unter der Wasseroberfläche, so daß man sich die Unter-wasserwelt anschauen konnte, ohne sich naß machen zu müssen. Hier auf dem Bild sieht man die typischen Korallenbänke, die man überall um der Insel findet.

Ich weiß zwar nicht, wie diese Fische heißen, aber sie gab es sehr zahlreich um die Insel. Das hier sind Fische in der mittleren Größe, also 30-40cm lang.

Diese Fischart sieht man auch überall, wenn man an den Korallenbänken schnorchelt. Diese Fische sieht man meistens in kleineren Gruppen mit 20-30 Fischen. Die großen Fische in den Gruppen haben ein Länge von einem halben Meter und man kommt bis auf wenige Zentimeter an sie ran, bis sie dann doch das Weite suchen.

Hier sieht man den Anker von einem vor über hundert Jahren gesunkenem Segelschiff, nachdem es auf die Riffe gekracht ist. Um dem Anker wächst überall Seegras, was in tieferem Wasser oft anzutreffen ist.

Hier kann man noch Teile der Bordwände und die Spanten auf dem Grund liegen sehen. Keine 100m entfernt liegt noch ein weiteres Wrack eines Dampfschiffes, welches auch ein sehr attraktives Ziel für Taucher ist.